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Anja studiert Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Oslo
related: Thomas in Berlin und anderswo - Anika auf Vadnes

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2008-12-17
song of the day: Let me be your Father Christmas (Boyzvoice)

Weihnachten naht, das Semster ist zu Ende, der Himmel seit Tagen nur grau. Morgen Abend werde ich nach Berlin fahren, und ueber Weihnachten meine Familie in Hamm besuchen. Ich freue mich sehr auf die vielen Wiedersehen. Im Moment bin ich jedoch noch sehr vom Abschied-Nehmen erfuellt.
Am letzten Freitag haben "wir" Masterstudent_innen aus dem Kurs "Digital Documents" unsere abschliessende sechsstuendige Klausur geschrieben. Dafuer sassen wir im grossen Auditorium, damit jede_r auch zwei Tische Platz hatte fuer saemtliche Unterlagen, die wir naemlich benutzen durften; und wurden von vier netten aelteren Herrschaften bewacht. Auf der Buehne stand eine leere Tafel, deren einzige Aufgabe es war, eine billige Ikea-Uhr zu praesentieren. Die Klausur war im Vergleich zum letzten Jahr deutlich vereinfacht worden, und nur die Aufgabe "schreibe vier bis sechs Seiten ueber eines der folgenden Themen" liess sich mit meinem Keine-Unterlagen-Konzept nicht ganz vereinbaren.

Weil ich jetzt gerade ueber Klausuren rede, hier ein kleiner Exkurs zu meinen anderen Pruefungen: Fuer Digital Documents mussten wir auch eine Gruppenarbeit einreichen, eine prototypische topic map. Erstellt mit einer prototypischen Software (aehem, meine Bezeichnung). In unserem Fall handelte sie von norwegischen Kinofilmen. In meinem anderen Modul, Bibliothek und Gesellschaft 1, mussten wir waehrend des Semesters zwei Gruppenaufgaben einreichen, und schliesslich innerhalb von drei Tagen eine Mini-Hausarbeit schreiben. Thema waren das Urheberrecht und die Aufgaben einer Bibliothek. Nicht ganz einfach. Ich habe etwas zu langsam angefangen (ok, andere Dinge waren auch wichtig), und am letzten Tag verschlafen. Also werde ich ueber ein einfaches "bestanden" froh sein.

Ja, so viel dazu. Also nach der "Documents"-Klausur haben die meisten von uns noch etwas im "Beer Palace" (eine Kneipe am Hafen) rumgesessen. Das war nett, nur ein wenig zu kurz fuer meinen Geschmack. (Also koennt ihr verstehen, dass es wirklich kurz war.) Trude, Clara und ich waren die letzten, die - gegen 19 Uhr - gegangen sind; das Erinnerungsfoto vor dem Kunstwerk.
Gestern hatten meine Maedels vom ersten Semester ihre letzte Pruefung, und danach haben wir uns zum Essen und Film-gucken getroffen. Das Essen war Pizza (hier sind Pizzas so teuer und fast so gross, dass es natuerlich ist, sich eine zu teilen). Der Film war "Get ready to be boyzvoiced", mein wundervolles Geschenk. =) Ich habe dummerweise keine Fotos gemacht, weil ich *dachte* ich haette meine Kamera vergessen.. aber wir sehen uns ja wieder, bestimmt.
Ich bin auch traurig, dass ich im naechsten Semester nicht mehr hier studieren werde. Besonders die Stunden aus dem ersten Semester waren so interessant, und die Lehrer_innen so nett und engagiert, dass es einfach nur schade ist, sie zu verlassen.

Ich hatte ja die Hoffnung gehegt, im Januar ein Praktikum in der Hochschul-Bibliothek zu machen, und mich dort mit dem Aufbau eines institutionellen Archives zu beschaeftigen. Das waere wirklich interessant fuer mich gewesen, weil das ein Thema ist, ueber das ich schon einiges gehoert habe, und mit dem ich mich an der HU noch weiter befassen koennte. Leider scheiterte dies an einem Mangel an Arbeitsplatz fuer mich (Betonung auf "-platz", nicht Arbeit, diesmal). Stattdessen bekam ich das unerwartete Angebot, einen der Praktikumsplaetze fuer die Erstsemesterstudent_innen einzunehmen, bei der Bibliothek des - oehm - "Wasser- und Energie-Amtes" oder so aehnlich. Da haette ich mich selber natuerlich nie beworben, aber jetzt finde ich die Idee gar nicht so schlecht, und bin schon sehr gespannt. Tjoa, und ab Februar heisst es dann: Zukunft bauen. Zurueck in Berlin, BA-Arbeit schreiben ueber ein noch zu erkuerendes Thema (moeglicherweise Topic Maps, darueber sollte ich ja jetzt ein wenig gelernt haben..), ...

Und zum Schluss noch ein paar Links zusammengekleistert (im Gedenken an die guten Vorsaetze, doch bald auch selber ein "richtiges" Blog zu beginnen):
- Liste ueber norwegische Bibliotheks-Blogs
- Blog ueber norwegische Bibliotheks-Blogs
- Eine komplette Bibliothekswebsite als Blog realisiert
- Uebersicht ueber web 2.0 Anwendungen
- Zwei Erfahrungsbericht ueber einen Austausch, organisiert vom Goethe-Institut Toronto:
Navigating the Library System at Humboldt Universität (PDF, 36KB)
The University of Toronto Science Libraries - a German Perspective (PDF, 41 KB)


2008-12-02
song of the day: MaVieMonOeuvre (WHISKYBABA)

Aus dem hohen Norden habe ich mir eine kleine Erkaeltung mitgebracht. Das muss ja auch mal sein. Hier im Bett ists aber schoen warm und ich langweile mich auch nicht, denn ich kann ja fuer meine Pruefung lernen. Oder so.
Also hier mit der obligatorischen Verspaetung eine kleine Erzaehlung ueber Tromsø und der Link zu den Bildern.
Am Donnerstag morgen bin ich mit dem Flugbus zum Flughafen Rygge gefahren. Es war so frueh, dass ich den wunderhuebschen Sonnenaufgang sehen konnte. Am Flughafen herrschte eine gemuetliche und intime Atmosphaere. Rygge ist halt etwas kleiner als Tegel. So habe ich dann auch mein Flugzeug ohne Probleme gefunden. Waehrend des Fluges konnte ich die fantastische nord-norwegische Landschaft aus geeigneter Perspektive bewundern. Angekommen in Tromsø war es noch erstaunlich hell, und sehr eingeschneit. (Ueberraschung.) Ich habe also das Tageslicht so gut es ging genutzt um in die Naehe des einmaligen Hash-punktes zu gelangen, der sich unglaulicherweise nur einige Meter von der Uni entfernt auf der Tromsø-Insel befand. Ja, und bis auf "einige Meter" bin ich dann auch herangekommen. Fuer das letzte Stueck fehlten mir dann die Erfahrung im Schnee-schwimmen oder ein Paar ordentlicher Schneeschuhe. Aber gut, so hatte ich schon mal einiges zu sehen bekommen und den Weg fuer morgen geuebt. Am naechsten Tag war naemlich das Munin-Seminar. (Es heisst "Munin", weil das institutionelle Archiv der Uni Tromsø "Munin" heisst. Yo.) Das Munin-Seminar war sehr schoen. Ich habe das meiste verstanden. Es gab lecker Obst-Buffet und alles moegliche. Es handelte davon, was Norwegen von Open Access haelt und was die Probleme damit sind. Habe neue Probleme kennengelernt.
Abends stand wieder Fernsehen auf dem Programm. Nachdem am ersten Abend eine franzoesische Dokumentation ueber Paul Klee dem norwegischen Fernsehen die Schau gestohlen hatte, konnte ich dieses mal etwas norwegische Kultur aufnehmen. Also ich erinnere mich noch an den Tipp, Backpulver als Duschgel zu verwenden, und an die Erkenntnis, dass Espen Eckbo (ehemals Boyzvoice) heute auch nur ein Komiker ist.
Am Samstag habe ich dann noch etwas Sightseeing in Tromsø betrieben und Fotos gemacht, bevor es zurueck nach Oslo ging.


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